Bei der Erstellung von E-Learning-Inhalten wird zwischen verschiedenen Entwicklungsphasen unterschieden. Von der Analyse der zu vermittelnden Inhalte, über die Entwicklung eines Konzepts und der technischen Umsetzung, bis hin zur Evaluation wird der Autor mit einem komplexen Entwicklungsprozess konfrontiert. 

Die technische Umsetzung erfolgt in der Regel mit Hilfe von sogenannten Autorensystemen, wobei hier in erste Linie solche Systeme beschrieben werden sollen, mit denen digitale Lerninhalte in Form von Web-Based-Trainings[1] erstellt werden.  

Ein Autorensystem ist eine Software, mit der verschiedene Dateiformate wie Grafiken, Animationen, Simulationen oder Audio- und Videosequenzen zu einem interaktiven Online-Kurs zusammengestellt werden können. Hierfür benötigt der Autor keine besonderen Programmierkenntnisse und kann sich demzufolge ganz auf die didaktische Aufbereitung der Inhalte konzentrieren.

In welcher Form die Inhalte im fertigen WBT dargestellt werden, ist abhängig von der Funktionalität des Autorentools. Die einzelnen Funktionen sollen hier kurz beschrieben werden:

Die Anordnung von Text und (oder) Objekten, die in den meisten Autorentools mit Animationen und Effekten versehen werden können, ist die einfachste Form der Gestaltung einer WBT-Seite. Diese unterscheidet sich in der Regel nicht groß von einer Seite, die z. B. mit PowerPoint erstellt worden ist.

Damit zu vermittelnde Inhalte aus didaktischer Sicht optimiert werden können, sollten Seiten mit interaktiven Elementen wie Maus-Over Effekten oder Hot-Spots versehen werden. Darüber hinaus können einzelne Seiten vertont werden. Bietet das Autorentool die Möglichkeit den Audiotext einzublenden, kann so auf der Seite selbst auf einen großen Teil des Textes verzichtet werden.

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Autorensystemen ist die Generierung von Übungen und Tests. Diese dienen der Festigung der Lerninhalte und regen den User an, aktiv am WBT teilzunehmen. Eine besondere Form solch einer Prüfung ist der Abschlusstest, aus dem nach erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat ausgegeben wird.  

Die meisten Autorentools werden als Web- oder Desktopanwendung angeboten. Der große Vorteil einer Webanwendung ist, dass auf diese über Internet oder Intranet zugegriffen werden kann und somit mehrere Autoren an verschiedenen Standorten zusammen an einem WBT arbeiten können.

Ein qualitativ hochwertiges Autorentool sollte dem Autor die Möglichkeit bieten, verschiedene Sprachen zu integrieren. Bei dieser Funktion werden sämtliche Texte innerhalb des WBTs exportiert und in die gewünschte Sprache übersetzt. In einem abschließenden Schritt werden dann die übersetzten Texte zurück in das WBT importiert. Hierbei sollte auch beachtet werden, dass sämtliche Audiofiles um die entsprechende Sprache erweitert werden müssen.

Letztendlich können Autorentools das fertig erstellte WBT in verschieden Ausgabeformate exportieren damit diese in ein Learning-Management-System eingebunden werden können. Innerhalb eines Learning-Management-Systems kann dann der Lernfortschritt der einzelnen User dokumentiert werden. Gängige Formate sind SCORM, AICC oder IMS Content Packaging.

Hauptsächlich unterscheiden sich die auf dem Markt angebotenen Autorentools in ihrem Funktionsumfang wobei zu beachten ist, dass bei einer einfachen und intuitiven Bedienung der Funktionsumfang geringer ist, dafür jedoch lange Einarbeitungszeiten entfallen.

Ein Beispiel für ein einfach zu bedienendes Autorentool ist die webbasierte Anwendung MagicAuthor 2, die als Freeware angeboteh wird.

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[1] Web-Based-Trainings, auch WBTs genannt, lassen sich grob in Simulationen von Software-Anwendungen (IT) und themenbasiertes E-Learning (Non-IT) unterteilen.

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